skip to main content

Geschichte

Vom ersten Hallenbad Vorarlbergs über Kasernenbetrieb und Lazarettnutzung im Zweiten Weltkrieg bis hin zur Veranstaltungsstätte: Dem Alten Hallenbad wohnt eine bewegte Geschichte mit vielen Gesichtern inne.

Belebtes Schwimmbad Stella Matutina.
Das belebte Schwimmbad Stella Matutina.
Seit 1856 führte der Jesuitenorden in Feldkirch das Kolleg „Stella Matutina“, das als Elitegymnasium galt, an dem auch viele katholische Adelige aus dem Deutschen Reich und weiten Teilen Europas unterrichtet wurden. Im Lehrplan der Jesuiten spielte Sport eine große Rolle, Schwimmen gehörte auch dazu. Aus diesem Grund errichtete der Orden im Jahr 1912 in der Stella Matutina für seine Sprösslinge ein Hallenbad, zu dieser Zeit das erste in Vorarlberg. Über zwei Jahrzehnte zogen die Schüler des weit bekannten Privatgymnasiums dort ihre Bahnen, bis die Schule 1938 nach der Vertreibung der Jesuiten durch die nationalsozialistischen Machthaber aufgelöst wurde. Die Nutzung des Schulgebäudes während  des zweiten Weltkriegs als Lazarett und Kaserne hatte ihre Spuren hinterlassen. Auch das Schwimmbad im Hauptgebäude war zerstört worden.

Im Herbst 1946 eröffnete die Stella Matutina zunächst im kleineren Exerzitienhaus wieder und konnte ihre Erfolgsgeschichte fortsetzen. Zwischen 1955 und 1963 war die Stella mit der Restaurierung der desolaten Schul- und Internatsgebäude beschäftigt. Im Jahr 1963 war das Hallenbad, das die Jesuiten selbst als „Turn- und Schwimmhalle“ bezeichneten, der erste Neubau der Stella Matutina nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Planung übernahm der Zürcher Architekt Walter Bosshart, den Rohbau erstellte dann 1963 der Feldkircher Baumeister Willi Weh. Ursprünglich wollten die Patres nur eine einfache Turnhalle errichten, doch dank der beharrlichen Forderung von Eltern- und Altschülerverein nach einem Hallenbad– sie sammelten sogar eine beträchtliche Summe an Geld dafür – wurde der Bau in der heutigen Form von kombinierter Turn- und Schwimmhalle umgesetzt.
Das leere Schwimmbad Stella Matutina.
Das leere Schwimmbad Stella Matutina.
Im Jahr 1979 musste der Jesuitenorden die Stella Matutina aufgrund von mangelndem Ordensnachwuchs schließen. Das Alte Hallenbad stand fortan leer und versank in einen 14 Jahre dauernden Dornröschenschlaf. Erst im Jahr 1993 wurde das ganze Reichenfeld samt Hallenbad von der Stadt gekauft und noch im selben Jahr die Sanierung des Gebäudes beschlossen, um dies einer Nutzung als Kultur- und Veranstaltungsort zuzuführen.  Nach den ersten notwendigen, substanzerhaltenden Maßnahmen fanden 1994 bereits erste Jugendveranstaltungen, wie die „Feldkircher Kreaktivwochen“ (der Vorgänger des heutigen Poolbarfestivals), statt.  Im Jahr 1997 wurde seitens der Stadtverwaltung klar eine Widmung für die Jugend ausgesprochen und in den Folgejahren weiter an der Verbesserung der Infrastruktur gearbeitet.

Mit dem Abschluss von umfangreicheren Adaptionen und Sanierungsarbeiten im Jahr 1999 gelang es nicht nur, die alte Bausubstanz zu erhalten, sondern einen ganzjährig genutzten Veranstaltungsort zu schaffen, der das Kulturleben der Stadt bereichert. Denn in den vergangenen Jahren gesellten sich immer mehr Kulturschaffende aus allen Bereichen in die Reihe der Veranstalter. So ist aus der ehemaligen Jugendlocation ein Kulturtreffpunkt gewachsen, der alle Generationen und Genres anzieht. Dank zusätzlicher Investitionen von Stadt und Land in den Jahren 2013 und 2014 soll das Alte Hallenbad als solcher nochmals aufgewertet werden.

Artikel auf Ihrer Merkliste

    Vorarlberg von oben - Feldkirch

    Vorarlberg von oben - Feldkirch

    Videoclip in HD Qualität

    Wetter

    heiter
    26.06.17
    27°C/80F
    Gewitter
    27.06.17
    26°C/78F
    © ZAMG
    • ICCA Member
    • austrian convention bureau