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Der Blick von außen, der eigene Blick und ein Blick in die Zukunft

Die vergangenen Montforter Zwischentöne beschäftigten sich auf unterschiedlichster Ebene mit der Wahrnehmung Feldkirchs. Mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bestens gerüstet für die nächsten 800 Jahre.

von Edgar Eller

Die ersten Zwischentöne 2018 standen im Zeichen eines großen Geburtstages – das 800-Jahr-Jubiläum Feldkirchs und ihre Geschichte als bedeutender Standort geistigen Wissens. Doch wie beschäftigt sich ein Festival mit der aktuellen Wahrnehmung einer Stadt? Zumal derzeit in Feldkirch ein umfassender Stadtentwicklungsplan läuft und das Festival im Idealfall ergänzende Aspekte einbringt? Am kraftvollsten mit subjektiven Eindrücken des Publikums, Erinnerungen ehemaliger FeldkircherInnen und dem Input von Experten.

So wurde die Stadt zum heimlichen Star dieses Wochenendes und erfuhr nicht nur einmal eine Liebeserklärung.

Mit dem „Dialog für Feldkirch“ überreichten die Montforter Zwischentöne der Stadt Feldkirch ein besonderes Geburtstagsgeschenk: geborene FeldkircherInnen, die eine große internationale Karriere gemacht haben, reisten aus aller Welt an und führten einen Zukunftsdialog für ihre Heimatstadt. Damit dies kein singuläres Ereignis bleibt, bildete die Veranstaltung den Grundstein eines lebendigen, internationalen Mentoren-Netzwerks, das der Stadt zukünftig seinen gesammeltem Wissens- und Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen wird.

Ebenfalls um die Stadt und ihre Geschichte drehte sich die „Entdeckung von Feldkirch“. In nur 240 Minuten konnten rund 100 Interessierte die Stadt Feldkirch völlig neu erleben und zum Abschluss selbst Teil einer Ausstellung dazu werden. Unter der Anleitung des international renommierten Szenografie-Experten Sven Klomp entstanden während einer interaktiven Stadtführung quasi im Vorbeigehen Rauminstallationen, Performances und Interaktionen.

Den stimmungsvollen Abschluss der 10. Montforter Zwischentöne bildete das Dunkelkonzert „Lights Out“ für Musikensemble und drei Stadtvisionäre – eine Kooperation mit dem PODIUM Festival Esslingen.

Ergänzt wurde das Wochenende durch den vierten HUGO, dem internationalen Konzertdramaturgie-Wettbewerb der Zwischentöne. Bereits zum zweiten Mal ging der Sieg an die Hochschule für Musik Nürnberg. Beim Durchschreiten einer musikalischen Ausstellung in der zum „Haus der Wünsche“ verwandelten Villa Claudia erlebten die Zuschauer in vier Räumen verschiedene Zustände des Begehrens. Die Entscheidung der Jury für dieses Projekt fiel eindeutig, und so wird „Say Yes“ bei den 11. Montforter Zwischentönen seine Uraufführung feiern.

Restlos ausverkauft war der traditionelle Publikumsliebling Morgenkonzert, das diesmal unter dem Titel „Will Kommen“ das Aufbrechen thematisierte. Bei den 11. Montforter Zwischentönen am 30. Mai und vom 27. bis 30. Juni 2018 wird sich alles um das Thema „begehren – Über das Verlangen“ drehen.